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Science
Dualität durchdringt das
Universum, nenne man sie Yin und Yang, Tag und Nacht, Gut und
Böse, Mann und Frau, elektrisch Positiv und Negativ oder wie
auch immer, die Zwei ist ubiquitär und das eine
könnte ohne dem anderen nicht existieren - so auch in der
SSHB, wo die Dualität zu einer Aufspaltung in die hohen
Elfenbeintürme des reinen Denkens und der wissenschaftlichen
Vorträge auf der einen Seite führt und in die
verborgenen, geheimen Kellerlabore in verlassenen, halbverfallenen
Villen am Waldesrand, wo im Mondenschein in den tiefsten Nachtstunden
die gewagtesten Experimente vollführt werden, die an den
Grundfesten des Erde rütteln.
Der Elfenbeinturm
Um die Botschaft von der Bedeutung der
Wasserstoffbrückenbindungen zu verbreiten, ist es wichtig, am
Puls der Zeit, im Zentrum der Stadt zu sitzen. Welcher Stadt, lautet
die berechtigte Frage; nach langem Hin- und Her hat die SSHB Wien als
Stammsitz auserkoren, von dem aus es die Welt zu erobern gilt; mit
seiner großartigen Vergangenheit als Reichshauptstadt der
Vielvölkermonarchie, mit der aus allen Ecken und Enden
triefenden Kultur und als historischer Schnittpunkt zwischen Nord und
Süd, Ost und West bietet Wien ideale Voraussetzungen
für die Schaffung eines geistig-kulturell-wissenschaftlichen
Zentrums. Innerhalb Wiens war eine zentrale Lage
und eine gewisse Herzeigbarkeit von Bedeutung, desweiteren die
Möglichkeit der Erholung im Grünen (Burggarten) und
die Vernetzung mit der Weltlichkeit in Form der Politik (nur ein
Katzensprung zu Parlament, Hofburg, Bundeskanzleramt).
Schließlich und endlich sollte die exzellente Wiener
Kaffeehausszene, die mehr als einmal Anlass zu fruchtbaren Diskussionen
bot, nicht unerwähnt bleiben. Beim Gebäude selbst sei neben
seiner zentrale Lage auch die besondere Eleganz der Dachkuppel bemerkt;
dient sie tagsüber als Lichtquelle und Sonnendusche vor allem
in den kargen Monaten des Winters, lässt sich gleichsam wie
ein Leuchturm inmitten der Ignoranz das Licht der Erkenntnis
über die Welt scheinen; nachts kann die Kuppel auch
für Observationszwecke eingesetzt werden (eines der neuesten
Projekte Florians ist der Nachweis von
Wasserstoffbrückenbindungen als zentrales Verbindungselement
der Milchstraße und im Sternbild der Fische.)
Madlab
Misstrauen und instinktive Abneigung,
mit diesen Gefühlen begegnet die Öffentlichkeit der
Wissenschaft nicht selten und oft werden große Geister als
Unmenschen, Wahnsinnige oder Hexer verunglimpft, weil sie ihrer Zeit
weit voraus und die Menschen noch nicht bereit für ihre
großen Experimente waren; Leonardo, Galilei, Darwin, sie alle
mussten mit Anfeindungen und Unverständnis kämpfen in
ihrer Zeit, während erst in späteren Zeiten ihre
wahre Größe und ihr vorausschauendes Denken erkannt
werden können. Diese Voraussicht auf spätere
Anerkennung, auf späteres Wissen um die Bedeutung der eigenen
Arbeit ist es, das einen antreibt und am nächtelangen
Arbeiten, gestärkt nur durch Kaffee und Schiffszwieback und
eiskalte Duschen, nicht verzweifeln lässt. Aus verständlichen
Gründen können weder der genaue Ort noch
Außenaufnahmen der Laboratorien gezeigt werden; bis jetzt
sind nur undeutliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem
Gelände transportiert worden.